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Lukas Wagner von pixelpause lacht in die Kamera
Lukas Wagner von pixelpause

Pressemitteilung

Lukas Wagner: „Trauen Sie sich, auch mal Nein zu sagen.“

Hamburg/ Graz, September 2026. tigermedia, Anbieter des Kinder-Audiostreamingdienstes tigertones, spricht mit Lukas Wagner, Gründer von pixelpause, dem österreichischen Beratungs- und Bildungsangebot rund um digitale Medien und Kinder. Im Interview geht es um Kindheit im digitalen Raum, die Herausforderungen, vor denen Eltern stehen, und wie zentral Medienkompetenz und eine vertrauensvolle Beziehung in einer digitalen Kindheit und Jugend sind.

tigermedia: Du arbeitest täglich mit Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen. Was ist die Frage, die du am häufigsten gestellt bekommst – und was ist die ehrliche Antwort darauf?

Lukas Wagner: Eine der häufigsten Fragen ist auf jeden Fall: Wie kann ich mein Kind gut begleiten, was kann ich ganz konkret tun? Und meine ehrliche Antwort darauf ist: Es ist kompliziert.

Es ist zum Beispiel schwierig, sehr streng zu sein, wenn alle anderen Kinder in der Klasse etwas schon dürfen. Ich ermutige daher immer, Dinge auszuprobieren. Trauen Sie sich, auch mal Nein zu sagen und bleiben Sie bei diesem Nein. Als Elternteil ist es Ihre Verantwortung, für Ihr Kind möglichst sichere Rahmenbedingungen zu schaffen.

Was glaubst du, warum fällt es uns so schwer, diesen Rahmen zu schaffen?

Ich denke, hier handelt es sich um eine besonders komplexe Situation. Wir haben global tätige Unternehmen, die maßgeschneiderte Produkte für ihre User anbieten. Dazu haben wir eine extrem hohe technische Verfügbarkeit – das Smartphone ist überall mit dabei und ist das eine Gerät, das alles kann. Bustickets, Essen bestellen, Musik hören, Freund*innen kontaktieren, alles passiert über das Smartphone. Damit ist jede einzelne Familie, jede Person gefordert, ununterbrochen zu allen Verführungen nein zu sagen.

Und diese Neins sind oft anstrengend. In einem stressigen Alltag ist es oft leichter einmal mehr ja zu sagen – zu einer extra Stunde auf Instagram, einem weiteren Video für die Kinder...

Du sagst, Medienregeln sollten für alle in der Familie gelten – auch für Eltern. Warum reicht es nicht, nur den Kindern Grenzen zu setzen?

Aus der Forschung wissen wir, dass Kinder ganz maßgeblich auf gute Vorbilder schauen – bewusst und unbewusst. Eltern sind eben diese Vorbilder, vor allem in Sachen Mediennutzung. Wenn nur für Kinder strenge Regeln gelten, die Eltern aber selbst immer am Handy hängen, hat das keine passende Vorbildwirkung.

Was sind die größten Aha-Momente für Eltern in euren Elternabenden und Workshops?

Für viele Eltern ist es sehr spannend, dass das, was ihnen Sorgen bereitet, zum Beispiel im Bereich Gaming, meist weitaus unbedenklicher ist als Plattformen, die sie eher als reine Unterhaltungsplattformen gesehen haben. Ein Aha-Moment ist auch, dass man nicht alles wissen muss, um Kinder kompetent begleiten zu können. Oft reicht schon ehrliche Neugierde und Interesse an den Lebenswelten von Kindern.

Wir schauen beruflich bedingt oft sehr kritisch auf Mediennutzung, dürfen dabei aber nicht aus den Augen verlieren, dass Mediennutzung eben auch Verbindung, Kontakt, Community, Abenteuer ist. Solange die Rahmenbedingungen passen, Kinder brauchbare Offline-Alternativen haben und Mediennutzung eben nur eine Form der Freizeitbeschäftigung ist, spricht hier auch absolut nichts dagegen.

Kinder geraten immer früher mit Gewalt und Pornografie in Berührung – laut Studien bereits oft im ersten Smartphone-Jahr. Sprechen sie darüber mit ihren Eltern?

Dort, wo die Beziehung zu den Eltern gut passt, sprechen die Kinder auch mit ihren Eltern. Wichtig ist, dass Kindern vermittelt wird: Egal, was passiert, du kannst dich immer melden und wir helfen dir. Eltern sollten daher entspannt und ruhig reagieren, klar und offen mit dem Kind kommunizieren und weitere Schritte transparent besprechen.

Erklären, neugierig sein und als Ansprechpartner*innen zur Verfügung stehen, ist das Wichtigste, was Eltern machen können.

Neben dem offenen Ohr und Gelassenheit, was sollten Eltern tun? Hast du da vielleicht ein Beispiel aus der Praxis?

Tatsächlich glaube ich gar nicht, dass es darum geht, hier besonders viel zu tun. In der Praxis hatte ich viele Situationen, wo für die Kinder das Wichtigste war, dass Eltern ganz klar gesagt haben: Das, was du hier siehst, ist eigentlich nicht für Kinder. Wir sind für dich da, wenn du darüber sprechen möchtest, und wir können dir gerne helfen, es zu löschen oder die Person zu blockieren. Uns ist ganz wichtig, dass du weißt: Du hast nichts falsch gemacht, sondern das, was die andere Person getan hat, war nicht in Ordnung.

Was braucht es deiner Meinung nach, damit digitale Angebote wirklich für Kinder gemacht sind und ihren Bedürfnissen gerecht werden?

Wir brauchen dringend mehr Angebote für Kinder, die altersgerechten, werbefreien Content bieten. Ein angemessenes Ausmaß an Autonomie für Kinder, inhaltliche Sicherheit für Eltern und Unternehmen, die nicht Datenanalyse oder maximale Nutzung in den Mittelpunkt stellen, sondern die Bedürfnisse von Kindern sind das Gebot der Stunde.

Woran erkenne ich als Elternteil oder andere interessierte Person, ob ein digitales Angebot gut ist?

Ich finde immer wichtig, ob ersichtlich ist, was das Geschäftsmodell eines Angebots ist. Wie verdient ein Unternehmen Geld? Wie transparent ist es in Sachen Datenschutz, Altersgrenzen, Kinderschutz? Da macht tigermedia mit tigertones einen guten Job. Hilfreich ist auch die Frage: Kenne ich andere, die dieses Produkt nutzen? Auch hier finde ich den Austausch mit anderen Eltern so wichtig: fast jede Familie steht vor denselben Fragen!

Das Interview ist in voller Länge unter folgendem Link verfügbar:

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Lukas Wagner ist Psychotherapeut und Gründer von pixelpause (Graz/Österreich). Er begleitet Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen in Fragen rund um Kinder und digitale Medien. In Workshops, Elternabenden und Einzelberatungen unterstützt er Familien und Institutionen dabei, einen bewussten und altersgerechten Umgang mit Medien zu finden. pixelpause steht für eine Pädagogik jenseits von Verboten und Angst – und für die Überzeugung, dass Medienkompetenz eine Schlüsselkompetenz unserer Zeit ist.

tigermedia ist das Hamburger Kindermedienunternehmen hinter dem Audiostreamingdienst tigertones und den Hörboxen tigerbox TOUCH und tigerbox MINI. Mit seinem tigerversum hat es einen digitalen Raum geschaffen, in dem sich Kinder frei und sicher bewegen können. tigermedia sieht darin auch eine gesellschaftliche Verantwortung: Kinder verdienen Zugang zu Medien, die sorgsam ausgewählt wurden, und eine Umgebung, die ihren Fähigkeiten entspricht und sicher ist. Familien zu begleiten und aufzuklären ist tigermedia deshalb echtes ein Anliegen.

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